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Fehlbildungen durch TCM

Eine junge asiatische Frau im weißen Kittel hält eine Waage in der Hand und entnimmt etwas aus einer Schublade

Traditionelle chinesische Medizin birgt Gefahren

Schwangere Frauen und solche, die eine Schwangerschaft planen, sollten vorsichtig sein, wenn es um Kräuterzubereitungen aus der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) geht. Eine prospektive Multizenterstudie hat ergeben, dass diese vermeintlich harmlosen Präparate das Risiko von Fehlbildungen beim Kind erhöhen können.

Die Studie umfasste 16.751 Frauen, die während der Zeugung oder in der Frühschwangerschaft mit TCM-Präparaten in Kontakt gekommen waren und insgesamt 273 Kinder mit angeborenen Fehlbildungen zur Welt brachten. Die Ergebnisse zeigten, dass Feten, die der TCM ausgesetzt waren, ein doppelt so hohes Risiko für angeborene Fehlbildungen hatten im Vergleich zu Gleichaltrigen ohne diese Exposition (Odds Ratio, OR 2,10). Eine ähnlich signifikante Assoziation wurde bei einer ausschließlichen Exposition in der Frühschwangerschaft beobachtet (OR 2,04). Besonders gefährdet waren Babys, deren Mütter zwei oder mehr TCM-Rezepturen verwendet hatten (OR 5,84). Eine TCM-Behandlung der Frau vor der Schwangerschaft war mit einem deutlich erhöhten Auftreten von kongenitalen Herzfehlern verbunden (OR 12,69).

Vor diesem Hintergrund raten die Studienautoren, darunter Ting Peng von der Fudan-Universität in Shanghai, Frauen mit Kinderwunsch und Schwangere dazu, auf TCM-Behandlungen mit vermeintlich harmlosen chinesischen Kräutern zu verzichten. Dies ist besonders wichtig, da diese Zubereitungen häufig eingesetzt werden, um eine Schwangerschaft zu unterstützen oder bei schwangerschaftsbezogenen Erkrankungen wie Gestationsdiabetes und Hypertonie.

Die Studie liefert wertvolle Erkenntnisse und verdeutlicht die potenziellen Risiken, die mit der Verwendung von TCM-Kräuterzubereitungen während der Schwangerschaft verbunden sein können. Es ist wichtig, dass werdende Mütter und diejenigen, die eine Schwangerschaft planen, sich dieser Risiken bewusst sind und im Zweifelsfall ihren Arzt oder ihre Ärztin konsultieren, um die sicherste und geeignetste Behandlung für ihre individuelle Situation zu finden. Die Gesundheit von Mutter und Kind sollte immer oberste Priorität haben.

Quelle: Peng T et al. Acta Obstet Gynecol Scand 2023; DOI: 10.1111/aogs.14553
Medical Tribune

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Lesezeit ca.: 2 Minuten | Tippfehler melden | © Revision: 20. Juli 2023 | Edith Korporal 20. Juli 2023

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